Der grüne Faden

Textkorrekturen

Kreative Ideen für die Präsentation Ihrer besten Eigenschaften



Wer sich beruflich verändern möchte und, so wie ich im Herbst des letzten Jahres, nach einem neuen Betätigungsfeld sucht, macht sich meist viele Gedanken über das wo und wie. Aus eigener Erfahrung und aus meiner Tätigkeit als Schwerbehindertenvertretung kann ich sagen, es entscheiden oft nur Nuancen über ein "Ja" oder ein "Nein". Hier habe ich für Sie ein paar kleine, selbst erprobte Tipps für einen gelungenen Auftritt bereitgestellt:

1. Verlassen Sie Ihre Komfortzone.

Wenn sich die Situation nicht ändern lässt, muss man sich selbst ändern. So einfach und doch so schwierig ist es manchmal, eine Entscheidung zu treffen. Veränderung tut auch weh, weil nichts mehr bleibt, wie man es kennt und das sorgt für Verunsicherung. Am wichtigsten ist es, einen klaren Kopf zu behalten und das Pro und Kontra abzuwägen.  Überwiegt in der aktuellen Lage eher das Negative, ist es höchste Zeit, nach vorn zu schauen und die ersten Schritte in eine andere Richtung zu gehen. Haben Sie Mut, es lohnt sich!

2. Suchen Sie gezielt.

Sich wild auf jede Stelle zu bewerben, bringt nur eines: 100% Frust. Da das kein besonders guter Motivator ist, schenken Sie dieser Phase besondere Aufmerksamkeit. Überlegen Sie sich als erstes, welche Ziele Sie haben: Besseres Gehalt? Andere Aufgaben? Freundlichere Vorgesetzte? Weiterqualifizierung? Danach überlegen Sie, welche Kompetenzen Sie besitzen und wo Ihre persönlichen Stärken liegen. Zum Schluss müssen Sie sich noch entscheiden, welchen Arbeitsweg Sie auf sich nehmen möchten. Dann starten Sie Ihre Stellensuche, zum Beispiel über die bekannten Internetjobbörsen und setzen Ihre gewünschten Filter. Manchmal wissen auch Freunde und Bekannte ein Unternehmen, welches gerade Mitarbeiter einstellt. Wenn Sie Ihren Traumjob entdeckt haben, gleichen Sie Ihre Kompetenzen und Stärken mit den gewünschten Anforderungen ab. Lassen Sie sich bitte nicht von allzu hochgestochenen Formulierungen abschrecken, meist ist das ein Trick, um die Bewerberzahl möglichst gering zu halten. Auch wenn Sie nicht alle Punkte im Stellenprofil erfüllen, können Sie sich bewerben, schließlich brauchen Sie auch Entwicklungsmöglichkeiten.  

3. Achten Sie auf Details.

Treten Sie selbstbewusst auf und schreiben Sie in Ihrer Bewerbung, warum Sie denken, dass Sie gut ins Unternehmen bzw. in die Behörde passen und welche Kenntnisse Sie dafür mitbringen. Vermeiden Sie es, alle Eigenschaften, die in der Stellenbeschreibung stehen, genauso in Ihrem Anschreiben widerzugeben. Sammeln Sie schon vor dem Schreiben ausreichend Informationen über Ihren potenziellen Arbeitgeber, zum Beispiel zu Branche, Größe, Standorten, Mitarbeiterzahl, Umsatz/Jahr, Leitsätzen usw. Wenn kein Ansprechpartner in der Stellenanzeige steht, rufen Sie in der Personalabteilung an und bitten Sie um einen Namen, das wirkt sympathischer als "sehr geehrte Damen und Herren". Versuchen Sie Ihre Gedanken möglichst so zu formulieren, dass Sie eine Textseite damit füllen, nicht mehr. Geben Sie nicht sämtliche Details Ihres Werdegangs preis, Sie brauchen noch ein paar interessante Punkte, die Sie später im Gespräch sagen können. Achten Sie auf ein professionelles Bild auf Ihrem Lebenslauf oder dem Deckblatt. Auch wenn dies keine Pflicht mehr ist, die meisten Vorgesetzten in Deutschland finden ein Foto wichtig. Hängen Sie nicht jegliche Zertifikate an, sondern treffen Sie eine der Stelle entsprechende Auswahl nach dem Motto: Weniger ist mehr. 

4. Überlassen Sie nichts dem Zufall.

Für den Feinschliff schlafen Sie eine Nacht über Ihre Bewerbung und schauen Sie sich Ihr Werk am nächsten Tag an. Dann geben Sie Ihre Bewerbung an eine Person Ihres Vertrauens und lassen Sie sie mit einem unvoreingenommenen Blick darauf schauen. Weiterhin achten Sie unbedingt auf das rechtzeitige Absenden Ihrer Datei. Einige Unternehmen bzw. Behörden legen nach wie vor Wert auf eine schriftliche Ausführung auf dem Postweg. Rechnen Sie immer mindestens fünf Versandtage dazu oder bringen Sie die Bewerbung persönlich hin. Mein Rat ist, immer die Letzte zu sein, denn dann liegen Sie oben auf dem Stapel.

5. Bereiten Sie sich gut vor.

Nach dem Absenden heißt es Abwarten. Gerade Behörden sind nicht besonders schnell, einige versenden auch keinen Zwischenbescheid. Bitte rufen Sie nicht aller zwei Tage bei der Personalabteilung an. Wenigstens zwei Wochen nach Ende des Bewerbungsschlusses müssen Sie den Mitarbeitern Zeit geben. Wenn Sie die ersehnte Einladung zum Bewerbungsgespräch erhalten, haben Sie die erste Hürde geschafft. Jetzt heißt es, recherchieren und merken. Nutzen Sie alle verfügbaren Quellen, um sich über Ihren potenziellen Arbeitgeber zu informieren, schauen Sie sich noch einmal an, was Sie geschrieben haben und welche Anforderungen Sie erfüllen. Machen Sie Sie sich soweit es möglich ist, mit den Aufgabenschwerpunkten vertraut und überlegen Sie sich, was Sie im Gespräch fragen können. 

6. Bleiben Sie sich selbst treu.

Der Tag der persönlichen Vorstellung ist gekommen. Natürlich sind Sie aufgeregt und haben etwas Angst. Das ist normal und gehört dazu. Verkleiden Sie sich nicht. Wählen Sie etwas aus, was dem Anlass und Ihrer angestrebten Position angemessen ist, vielleicht in den Farben des Unternehmens bzw. der Behörde. Treten Sie Ihren Gesprächspartnern freundlich und höflich gegenüber und nehmen Sie angebotene Getränke in jedem Fall an, auch wenn Sie keinen Durst haben. Gehen Sie zu Beginn auf Smalltalk ein und lassen Sie sich nicht verunsichern von der Anzahl der Interviewpartner. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Besetzung der Stelle eine enorme Wichtigkeit hat. Manche der Gesprächsteilnehmer sind in Ihrer jeweiligen Funktion anwesend, entscheiden aber nicht über Ihre Einstellung.

7. Entscheiden Sie sich mit ganzem Herzen.

Sie haben es geschafft und im Gespräch überzeugt. Das ist wunderbar und gibt Ihnen ein tolles Gefühl. Nun steht noch die wichtigste Hürde an: Möchten Sie das Angebot annehmen? Klären Sie im Vorfeld, Ihre Kündigungsfristen, Ihre Gehaltsgruppierung und ggf. welche Formalien bzw. Zertifikate Sie nachweisen müssen, um die Stelle zu beginnen. Dann beantworten Sie sich drei Fragen: Passe ich ins Unternehmen bzw. in die Behörde und möchte ich dort künftig arbeiten? Gefällt mir das Arbeitsumfeld und fühle ich mich dort willkommen? Möchte ich meinen jetzigen Arbeitsplatz immer noch aufgeben? Lautet Ihre Antwort dreimal "Ja", ist die Entscheidung getroffen und Sie können in einen neuen Abschnitt Ihres Lebens starten. 

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Stellensuche und stehe Ihnen gern für eine persönliche Beratung zu Ihren Bewerbungsunterlagen zur Verfügung.

Herzlichst Ihre Romy Kneschke

 

Ich freue mich auf Ihre Anfrage. 

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"Für gewöhnlich stehen nicht die Worte in der Gewalt der Menschen, sondern die Menschen  in der Gewalt der Worte."

Dr. Hugo von Hoffmannsthal